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Ergebnisse der 4th European Youth Work Convention veröffentlicht

Die Ergebnisse der 4th European Youth Work Convention (EYWC) sind veröffentlicht worden. Der nun vorliegende Veranstaltungsbericht fasst die zentralen Diskussionen, Erkenntnisse und strategischen Empfehlungen der europäischen fachlichen Youth Work Community zusammen und setzt wichtige Impulse für die zukünftige Entwicklung der Jugendarbeit in Europa.

Die European Youth Work Conventions werden seit 2010 alle fünf Jahre organisiert und gelten als wichtigstes europäisches Forum zur Weiterentwicklung von Youth Work. Ziel ist es, die Rolle von Youth Work (im deutschen Kontext: im Kern Jugendarbeit und Jugendsozialarbeit) bei der Stärkung junger Menschen, der Förderung von Inklusion sowie der aktiven demokratischen Beteiligung weiter auszubauen.

Unter dem Motto „Youth Work Xcelerate“ stand bei der vierten Ausgabe insbesondere die Perspektive der Fachpraxis im Mittelpunkt. Die Convention bot Raum, eine gemeinsame strategische Richtung sowie Prioritäten für Youth Work in Europa für die kommenden Jahre zu diskutieren.

 

74 strategische Schlussfolgerungen und neue Roadmap

Der nun veröffentlichte Veranstaltungsbericht liefert einen Überblick über die Veranstaltung mit ihrem reichhaltigen Programm und dokumentiert die einzelnen Sessions in Plenum, thematischen Workshops und Workshop zu inspirierender Praxis und Projekten. Als fachliches Ergebnis der Diskussion in den thematischen Workshops wurden 74 handlungsleitende Schlussfolgerung von strategischer Bedeutung herausgearbeitet, die in dem Bericht präsentiert werden. 

Der Schwerpunkt der 4. EYWC in Malta lag darauf, der Fachlandschaft eine Stimme zu geben und ihr zuzuhören. Die hieraus nun formulierten Schlussfolgerungen sollen die wesentlichen Merkmale, Bausteine, Maßnahmen und Initiativen für die Entwicklung und Umsetzung einer künftigen Europäischen Youth Work Strategie liefern. Sie sollen somit die Fachdebatte und Praxis von Youth Work auf europäischer Ebene als auch auf Ebene der Mitgliedstaaten inspirieren. 

Der Bericht skizziert (ab S. 117) zudem einen Umsetzungsfahrplan zur Weiterentwicklung von Youth Work (“Roadmap Towards a European Strategy for Youth Work Policy Implementation, Recognition and Quality Practice”). Diese Roadmap soll den Umsetzungsprozess der European Youth Work Agenda in den kommenden Jahren (im Kern bis 2030) strukturieren und dazu beitragen, Youth Work stärker in europäischen und nationalen Politiken zu verankern. 

Der Youth Partnership wird mit seinem dreijährigen Arbeitsprogramm von 2026-2028 einen besonderen Fokus auf Youth Work legen und in einer koordinierenden Funktion dazu beitragen, die Youth Work Community in den drei Themensträngen der Convention zu stärken und somit die Ergebnisse der Convention mit Leben zu füllen. 

 

Drei Themenstränge: Youth Work Core, Environments, Systems

Die Schlussfolgerungen beziehen sich auf drei Themenstränge, die das Convention-Programm gliederten:

Zur Debatte des Kerns von Youth Work gehörte die Entwicklung einer gemeinsamen Vision inkl. der Diskussion über die Definition von Youth Work, über ethischen Standards und Werte, Sichtbarkeit und Anerkennung sowie Qualitätsentwicklung und -monitoring.

Im Zentrum der Debatte um die Umgebungen von Youth Work standen zwei Akteursgruppen: zum einen die jungen Menschen mit ihren Bedürfnissen und Wünschen sowie ihrem Anspruch auf inklusive und partizipative Angebote, zum anderen die Fachkräfte mit haupt- sowie ehrenamtlichem Profil. Insbesondere über die Aus- und Weiterbildung sowie sie Anerkennung von Fachkräften als auch über methodologische Ansätze, Tools und neue Technologien wurde diskutiert.

Die Debatte um die Systeme, die Youth Work rahmen und unterstützen, bezog sich auf Politiken und Strategien von der europäischen bis zur lokalen Ebene, auf das Verhältnis zwischen öffentlichem und zivilgesellschaftlichem Sektor, auf die ehrenamtliche Säule des Jugendbereichs sowie auf den Bedarf nach mehr (vor allem struktureller) Finanzierung und sektorübergreifender Zusammenarbeit.

Die Ergebnisse der 4th EYWC fallen in eine Phase bedeutender politischer Weichenstellungen: In den kommenden Jahren entstehen eine neue EU-Jugendstrategie, eine neue Generation der europäischen Förderprogramme sowie eine neue Jugendsektorstrategie des Europarats. Die nun veröffentlichten Schlussfolgerungen sollen dazu beitragen, Youth Work als festen Bestandteil zukünftiger Jugendpolitik zu verankern.

Der nun erschienene Bericht ist hier veröffentlicht.

Die Convention-Website bietet weitere Einblicke in das Programm, Mitschnitte der Live-Streams, Videos u.v.m.

 

Zur Veranstaltung

Die Convention fand vom 27. bis 30. Mai 2025 in Valletta (Malta) statt. Gastgeber waren die maltesische Regierung, die maltesische Nationalagentur EUPA und der Youth Partnership, ein Kooperationsprojekt zwischen der EU und dem Europarat für den Jugendbereich. 

Rund 500 Fachkräfte, Forschende, politische Entscheidungsträger*innen und junge Menschen aus ganz Europa nahmen teil, u.a. auch eine deutsche Delegation.

(JUGEND für Europa)