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Demokratie braucht Begegnung: Parlamentarischer Abend zur Internationalen Jugendarbeit

© Franz Josef

Diesmal sind es die Abgeordneten des Deutschen Bundestages, die zuhören und den jungen Menschen Fragen stellen. Im politischen Herzen Berlins dreht der Parlamentarische Abend der Europäischen und Internationalen Jugendarbeit die gewohnte Perspektive um: Im Zentrum stehen junge Menschen und ihre Erfahrungen über Grenzen hinweg.

Ein Spielplatz, den Jugendliche aus Deutschland und Griechenland gemeinsam bauen. Junge Menschen aus Hamburg und Kyjiw, die online zusammengeschaltet, Games entwickeln. Eine Jugendbegegnung, bei der die Frage nach der Lieblingskinderserie plötzlich zeigt, wie viel über Ländergrenzen hinweg verbindet. Im Zentrum des Parlamentarischen Abends am 23.09.2026 standen junge Menschen und ihre Erfahrungen über Grenzen hinweg.

 

„Offen für die Welt, engagiert für die Demokratie“

Unter dem Motto „Offen für die Welt, engagiert für die Demokratie“ kamen rund 150 Gäste aus Politik und Gesellschaft in der Akademie der Künste am Pariser Platz zusammen, um sich über die Bedeutung europäischer und internationaler Jugendbegegnungen für Demokratie, Verständigung und gesellschaftlichen Zusammenhalt auszutauschen. Durch den Abend führten Emma Grabow aus Halle und Janek Barwitzki aus Dresden, die selbst an europäischen Freiwilligendiensten und Jugendbegegnungen teilgenommen hatten.

„Die Welt verändert sich schnell und tiefgreifend, das spüren wir alle. Die Demokratie ist unter Druck geraten. Engagement für unser freiheitlich demokratisches Gemeinwesen ist so wichtig wie selten zuvor“, sagte Staatssekretär Ingo Behnel vom Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend. „Die Europäische und Internationale Jugendarbeit leistet hierfür einen sehr wichtigen Beitrag.“

Zahlreiche Fachkräfte und Organisationen arbeiten täglich daran, diesen Beitrag möglich zu machen. „Unsere Arbeit ist kein Projekt, sie ist Basis für eine offene und demokratische Gesellschaft, die bei den Kindern und jungen Menschen beginnt“, betonten Tobias Bütow, Generalsekretär des Deutsch-Französischen Jugendwerks, und Kathrin Freier-Maldoner, Leiterin von Tandem – Koordinierungszentrum Deutsch-Tschechischer Jugendaustausch, stellvertretend für die beteiligten Fach- und Förderstellen. Zugleich verwiesen sie auf die finanziellen Herausforderungen: „Steigende Kosten bei gleichzeitig stagnierenden Fördermitteln gefährden den Jugendaustausch.“ Reise- und Programmkosten sind in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. „Damit hängt der Zugang wieder vom Geldbeutel der Eltern ab – ein Jugendaustausch soll aber jedem jungen Menschen als Teil der Bildungsbiografie möglich sein.“

 

„Internationale Jugendarbeit ist das Fundament für ein demokratisches Europa"

Die beteiligten Organisationen appellierten daher an die Politik, die im Koalitionsvertrag vereinbarte Stärkung des Kinder- und Jugendplans des Bundes (KJP) umzusetzen. Vorgesehen sind eine um zehn Prozent bessere Ausstattung und eine Dynamisierung der Finanzierung. Der KJP ist das am längsten bestehende Förderinstrument des Bundes für die Kinder- und Jugendhilfe. 

Wie unmittelbar politische Rahmenbedingungen europäische und internationale Jugendarbeit beeinflussen, zeigten Freier-Maldoner und Bütow auch an konkreten Beispielen. Nach dem vollumfänglichen Angriff Russlands auf die Ukraine ermöglichten zusätzliche Mittel den Ausbau von Jugendprojekten mit der Ukraine und die Entwicklung neuer Begegnungsformate und Fachprogramme. 

Was solche Begegnungen für junge Menschen selbst bedeuten, machten an diesem Abend mehrere von ihnen deutlich. Eine von ihnen war die 27-jährige Elma Salihovic, die selbst an einer trilateralen Jugendbegegnung teilgenommen hat, eine Erfahrung, die ihren weiteren Weg geprägt hat. Ihr Resümee: „Internationale Jugendarbeit ist das Fundament für ein demokratisches Europa, denn echte Verbundenheit entsteht da, wo junge Menschen Grenzen überwinden und gemeinsam Haltung zeigen.“ Genau solche Erfahrungen sollen nicht die Ausnahme bleiben. 

Zum Abschluss formulierten die beteiligten Organisationen deshalb ihren gemeinsamen Anspruch: „Lassen Sie uns gemeinsam dafür sorgen, dass internationale Begegnung zur Erfahrung von Generationen wird.“

(JUGEND für Europa)

Der Parlamentarische Abend der Europäischen und Internationalen Jugendarbeit ist eine gemeinsame Initiative von ConAct – Koordinierungszentrum Deutsch-Israelischer Jugendaustausch, dem Deutsch-Griechischen Jugendwerk (DGJW), dem Deutsch-Französischen Jugendwerk (DFJW), dem Deutsch-Polnischen Jugendwerk (DPJW), der Deutsch-Türkischen Jugendbrücke, IJAB – Fachstelle für Internationale Jugendarbeit der Bundesrepublik Deutschland e. V., JUGEND für Europa – Nationale Agentur Erasmus+ und Europäisches Solidaritätskorps, der Stiftung JUVE – Jugend verbindet Deutschland, Osteuropa und Zentralasien und Tandem – Koordinierungszentrum Deutsch-Tschechischer Jugendaustausch.