EuropaLokal

Die EU-Programme Erasmus+ JUGEND IN AKTION und Europäisches Solidaritätskorps können kommunale Angebote der Jugendhilfe sinnvoll europäisch ergänzen und weiterentwickeln. Vertreter/-innen der freien und öffentlichen Jugendhilfe loben ausdrücklich den Nutzen und Wert der Programme für die Weiterentwicklung der kommunalen Jugendhilfe.

Doch zugleich verweisen (potentielle) Antragsteller/-innen auf die Schwierigkeiten, die sie davon abhalten, das Programm für die eigene Arbeit zu nutzen: die umfangreiche Antragstellung, die Unsicherheit, ob ein Zuschlag erfolgt, die finanziellen Risiken und Belastungen bei der Projektumsetzung; um einige Probleme zu nennen.

Trotzdem arbeiten einzelne Kommunen und Landkreise an der dringend erforderlichen Weiterentwicklung der kommunalen Angebote. Die Akteure zeigen mit verschiedenen Ansätzen, dass bei allen Schwierigkeiten ein "Mehr Europa in die kommunale Jugendhilfe" möglich ist. Diese Ansätze können auch für andere Akteure Vorbild sein, die sich kommunal auf den Weg nach Europa machen wollen.

Umsetzung von EuropaLokal

JUGEND für Europa will die Impulse, die von diesen "Leuchttürmen" ausgehen können, aufgreifen und gemeinsam mit engagierten Fachkräften an sechs Modellstandorten exemplarisch weiterentwickeln.

Beteiligt sind Akteure aus sechs Kommunen und Landkreisen, die bereits erste Schritte in diese Richtung gegangen sind und die sich aus der Programmnutzung weitere Unterstützung erhoffen. Es sind Akteure aus den kreisfreien Kommunen Leipzig und Wiesbaden, sowie aus den Landkreisen Leer/Ostfriesland, Potsdam-Mittelmark, Dahme-Spreewald und Oberspreewald-Lausitz.

EuropaLokal steht im Zusammenhang und strebt Synergien mit anderen Initiativen und Prozessen an, die die deutsche Jugendhilfe stärker europäisch und international ausrichten wollen; so die Initiative "Kommune goes international" (KGI), die auf den Aufbau lokaler Netzwerke und die Entwicklung lokaler Aktionspläne zur Förderung der internationalen Jugendarbeit setzt und die Initiative "Internationale Jugendarbeit im Plan", die die Einbindung der internationalen Jugendarbeit in die kommunale Jugendhilfeplanung fokussiert. Beide Initiativen werden in Verantwortung von IJAB umgesetzt.

Ziele des Projekts

Ziel von EuropaLokal ist es, Wege für alle kommunalen Akteure aufzuzeigen, wie europäische Projekte trotz Schwierigkeiten realisiert und in das kommunale Angebotsspektrum der Jugendhilfe integriert werden können.

Grundsätzlich soll EuropaLokal Erfahrungen aus der Nutzung der beiden EU-Programme durch kommunale Akteure bei der europäischen Öffnung der Arbeit der Jugendhilfe vor Ort generieren. Diese Erfahrungen sollen für die Weiterentwicklung der Förder- und Unterstützungspraxis der Nationalagentur genutzt werden und auch in die Weiterentwicklung der Programme ab 2021 auf europäischer Ebene einfließen können.

Die Dauer von EuropaLokal ist zunächst bis Ende 2019 befristet. Ab 2020 sollen die Ergebnisse der Modellphase für die weitere kommunale Ausrichtung der Programmumsetzung genutzt werden.