Becoming a part of Europe

Der Abs. 1, SGB VIII (Kinder- und Jugendhilfegesetz) schreibt es fest: "Jeder junge Mensch hat ein Recht auf Förderung seiner Entwicklung und auf Erziehung zu einer eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeit." Das gilt auch für geflüchtete Kinder und Jugendliche.

Daraus ergeben sich zahlreiche Fragen zu Kinderschutz, physische wie psychische Gesundheit, Kultur- und Sprachvermittlung, Fragen an Standards der Kinder- und Jugendhilfe und an die Qualifikation von Fachkräften und Helferinnen und Helfern, um nur einige zu nennen.

Die Situation geflüchteter Kinder und Jugendlicher ist nicht nur ein deutsches Anliegen. Die Fragen der deutschen Kinder- und Jugendhilfe stellen sich erst recht in Ländern, in denen es an entsprechenden Unterstützungssystemen fehlt.

Ziele des Projekts

Neun Nationale Agenturen des Programms Erasmus+ JUGEND IN AKTION haben sich zusammengetan, um ein dreijähriges Projekt durchzuführen, mit dem die Jugendhilfe in der Arbeit mit jugendlichen Geflüchteten, Migrant/-innen und Asylbewerber/-innen gestärkt werden soll.

Im Zentrum von "Becoming a part of Europe" stehen die Fragen, welchen Beitrag die Jugendhilfe zur Integration dieser Zielgruppen leistet und wie die europäische Zusammenarbeit die entsprechenden Prozesse unterstützen kann.  Am Projekt werden auch junge Geflüchtete beteiligt sein.

Zielsetzung des Projekts ist es, auf europäischer Ebene Aktivitäten der Jugendhilfe, Ansätze der non-formalen Jugendbildung und inklusive Praktiken zu dokumentieren, damit zugänglich zu machen und, wo nötig, neu zu entwickeln. Es ist vorgesehen, mit einem bottom-up-Prozess politische Empfehlungen zur Integration von und non-formaler Jugendbildung mit jugendlichen Migrant/-innen, Geflüchteten und Asylsuchenden zu erarbeiten.

Umsetzung des Projekts

Die aufeinander aufbauenden Projektphasen und Aktivitäten sollen zunächst auf nationaler und teilweise auf europäischer Ebene stattfinden. Dafür haben die beteiligten Nationalen Agenturen in allen Ländern Expertengruppen eingerichtet, die die bestehende Praxis sammeln, diskutieren und beschreiben.

Die Beispiele guter Praxis aller Expertengruppen werden dazu auf europäischer Ebene beforscht. Erste Zwischenergebnisse sollen auf einer Europäischen Peer-Learning-Konferenz im September 2017 vorgestellt und diskutiert werden.

Die weitere Arbeit soll sich, darauf aufbauend, auf vier noch festzulegenden thematischen Clustern konzentrieren. Aus deren Ergebnissen werden bei einer weiteren Europäischen Konferenz zum einen Empfehlungen an die Politik abgeleitet und zum anderen die Bereiche identifiziert, in denen im letzten Projektjahr innovative Ansätze für die Stärkung der Jugendhilfe in der Arbeit mit jugendlichen Geflüchteten, Migrant/-innen und Asylbewerber/-innen entwickelt und getestet werden.

Zwischen- und Endergebnisse werden auf nationaler wie europäischer Ebene in Fachkreisen und Jugendpolitik breit gestreut.

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