24.02.2026

Neue Dynamik für Youth Work in Deutschland: Der deutsche Prozess zur European Youth Work Agenda startet in die nächste Phase

Die Weiterentwicklung von Youth Work in Deutschland erhält neuen Schwung: Der deutsche Umsetzungsprozess zur European Youth Work Agenda (EYWA) startet in eine nächste Praxisphase. Ziel ist es, Youth Work (also: Jugendarbeit und Jugendsozialarbeit) vor Ort zu stärken, qualitativ weiterzuentwickeln und stärker europäisch zu vernetzen.

Bereits 2024 hatte JUGEND für Europa mit politischer Unterstützung des Bundesministeriums für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ) eine Nationale Kontaktstelle zur Umsetzung der EYWA in Deutschland eingerichtet. Das Modellprojekt wurde umgesetzt durch den erfahrenen Kooperationspartner NaturKultur e.V. aus Bremen und befindet sich derzeit in der Abschlussphase. Die Ergebnisse werden in Kürze vorgestellt.

Bundesarbeitsgemeinschaft Offene Kinder- und Jugendarbeit e.V. startet einen Praxisprozess zur Weiterentwicklung lokaler Youth Work

Die Bundesarbeitsgemeinschaft Offene Kinder- und Jugendarbeit e. V. (BAG OKJA) wurde als Umsetzungspartnerin für die Weiterentwicklung des Deutschen Prozesses zur EYWA ausgewählt, nachdem die neue Umsetzungsphase Ende 2025 öffentlich ausgeschrieben wurde. In den nächsten zwei bis drei Jahren gestaltet und moderiert sie einen bundesweiten Praxisprozess zur Weiterentwicklung lokaler Youth Work.

Die BAG OKJA ist der bundesweite Zusammenschluss von mehr als 1000 verschiedenen Trägern mit über 5.000 Einrichtungen und Angeboten der Offenen Kinder- und Jugendarbeit. Sie bringt mit ihrem breiten bundesweiten Netzwerk, ihrer Fachkompetenz und ihrem direkten Zugang zu jungen Menschen, die durch offene Angebote erreicht werden, eine neue Dynamik in den Deutschen EYWA-Prozess.

Im Mittelpunkt steht die Frage: Wie kann die Vision der EYWA - nämlich ein qualitativ hochwertiges, zugängliches und inklusives Youth-Work-Angebot für alle jungen Menschen in ihrer Vielfalt - konkret vor Ort wirksam werden?

Die Antwort liegt in einem strukturierten, partizipativen Entwicklungsprozess mit Kommunen und freien Trägern. Angestrebt ist, bis 2028 rund 60 Kommunen und Träger der Jugendhilfe mit lokalem Tätigkeitsschwerpunkt zu mobilisieren, von denen sich 20 insbesondere in drei Themenfeldern weiterentwickeln möchten:

  • Europäisierung lokaler Youth-Work-Angebote – mehr Europa in die Praxis holen
  • Qualitätsentwicklung und -sicherung von lokaler Youth Work – Impulse für gute Arbeit
  • Schaffung von inklusiven und diversitätsorientierten Angeboten vor Ort – allen jungen Menschen Teilhabe ermöglichen

Was steckt drin im Praxisprozess? Impulse, Vernetzung und lokale Umsetzung

Zur Unterstützung wird die BAG OKJA e.V. einen Prozess aufsetzen, der die Kommunen und Träger unterstützt und vernetzt. Geplante Aktivitäten und Elemente sind unter anderem:

  • ein digitales Kick-off-Event im Frühjahr 2026,
  • drei regionale Werkstattgespräche pro Jahr zur Information und Sensibilisierung für die Chancen der EYWA und zur Verbindung der EU-Jugendprogramme mit der EYWA
  • Aufbau und Pflege der fachlichen Vernetzung und Weiterentwicklung, z.B. durch regelmäßige digitale Vernetzungs- und Austauschformate
  • Individuelle Beratung und Coaching lokaler Akteur*innen bei der Umsetzung lokaler Maßnahmenpläne.

Damit entsteht ein Lern- und Entwicklungsraum, in dem kommunale Akteur*innen voneinander lernen, gemeinsam Lösungen entwickeln und vom europäischen Rückenwind profitieren können.

Der Deutsche EYWA-Prozess knüpft an die bestehenden europäischen Kooperationspartnerschaften der Nationalen Agenturen für die EU-Jugendprogramme „Growing Youth Work“ und „Europe Goes Local“ an und verbindet nationale Entwicklungen mit der europäischen Youth Work Community und europäischen Diskursen.

(JUGEND für Europa)