19.12.2018

Erasmus+ JUGEND IN AKTION stärkt das Europabewusstsein junger Menschen und wirkt inklusiv

JUGEND für Europa Report 2017Jungen Menschen und Fachkräften ermöglicht Erasmus+ JUGEND IN AKTION, wie kein anderes Förderprogramm, die Lebensphase Jugend in einer gemeinsamen europäischen Dimension zu erleben und zu diesem Thema zu arbeiten.

Mit dem„report 2017 - Die Umsetzung des EU-Programms Erasmus+ JUGEND IN AKTION in Deutschland“ zieht JUGEND für Europa, wie in den Vorjahren, eine transparente und kurz gefasste Jahresbilanz, und skizziert die weitreichenden Wirkungen von Erasmus+ JUGEND IN AKTION, dem Jugendkapitel des EU-Programms.

Stärkung der Persönlichkeit, Stärkung der europäischen Bürgerschaft sowie die Einbeziehung von jungen Menschen mit geringeren Chancen sind wichtige Ziele, die dank der Fördermittel unterstützt und erreicht werden. 

Stärkung der europäischen Zivilgesellschaft über Jugendarbeit

Die hohe Anzahl der teilnehmenden Organisationen der in Deutschland eingereichten Projekte für Erasmus+ JUGEND IN AKTION ist ein klares Indiz der Stärkung der europäischen Zivilgesellschaft.

Allein in Deutschland waren 2017 insgesamt 3.130 Organisationen vor allem aus der EU, aber auch aus dem Rest Europas, an den geförderten Projekten beteiligt. Das Programm stärkt die grenzübergreifende Vernetzung der Organisationen durch gemeinsame Projektplanung und -umsetzung wesentlich.

Nur 44% der qualitativ hochwertigen Projekte können gefördert werden

Die Förderquote von 56% macht deutlich, dass trotz des qualitativ hohen Niveaus der eingereichten Projekte nur etwas mehr als die Hälfte gefördert werden konnte. Von insgesamt 1.071 eingereichten Projekten konnten 602 gefördert werden.

Budgetausschöpfung

JUGEND für Europa arbeitet mit einer Überplanungsquote, um rückfließende Projektmittel vorausplanen und so die von der Europäischen Kommission zugewiesenen Fördermittel optimal ausschöpfen zu können. 2017 lag diese Quote bei 106%, der überplante Gesamtbetrag belief sich auf 1.537.510,- Euro.

2017 hat Erasmus+ JUGEND IN AKTION fast 30.000 Teilnehmer / -innen aus Deutschland bewegt und qualifiziert, die meisten im Bereich der "Lernmobilität von Einzelpersonen" (Leitaktion 1) in grenzübergreifenden Jugendbegegnungen.

Gute Ergebnisse bei der Einbeziehung benachteiligter Jugendlicher

An den Grafiken kann man ablesen, dass der Einsatz der Fördermittel 2017 sehr gute Ergebnisse im Bereich der Einbeziehung von Teilnehmenden mit besonderen Bedürfnissen und geringeren Chancen erzielte. Im Berichtsjahr lag der Anteil im Vergleich zur Gesamtzahl aller Teilnehmenden von Erasmus+ JUGEND IN AKTION bei 39%.

In der Leitaktion 1 (Lernmobilität von Einzelpersonen), der Aktion mit den meisten Teilnehmenden, lag der Anteil bei 43% insgesamt und 46% für das Format der Jugendbegegnungen. Auch der Prozentsatz von 26% im Europäischen Freiwilligendienst (jetzt: Europäisches Solidaritätskorps) ist hervorzuheben.

Der Anteil für benachteiligte Teilnehmende des Programms Erasmus+ soll in den nächsten Jahren auf 50% erhöht werden, laut Zielvorgabe der Europäischen Kommission.

Unterschiede zwischen Bundesländern

Unterschiede zwischen den Bundesländern sind teilweise dadurch bedingt, dass bundesweit tätige Träger durch ihren Sitz in einem bestimmten Bundesland, beispielsweise Berlin, die statistische Auswertung beeinflussen. Das Einzugsgebiet für Teilnehmende an geförderten Projekten ist in solchen Fällen ganz Deutschland.

Fördersätze, die sich lohnen

Am Beispiel der Leitaktion 1 (Lernmobilität von Einzelpersonen) wird die Attraktivität der Fördersätze pro Person deutlich. Durchschnittlich entfallen 1.003,- Euro pro Teilnehmende, die höchste Dotierung findet sich mit 7.910,- Euro im Europäischen Freiwilligendienst (jetzt: Europäisches Solidaritätskorps), 700,- Euro  bei Fachkräftemaßnahmen und 546,- Euro bei Jugendbegegnungen, dem Format mit der Höchstzahl an Teilnehmenden.

Bei den Fördersätzen pro Projekt werden im Schnitt 41.967,- Euro bewilligt, angeführt von einer durchschnittlichen Projektförderung von 175.739,- Euro in Leitaktion 2 (Strategische Partnerschaften), 41.242,- Euro in Leitaktion 3 (Unterstützung politischer Reformen – Strukturierter Dialog) und 35.232,- Euro pro Projekt in Leitaktion 1 (Lernmobilität von Einzelpersonen).

Im Vergleich zu Bund und Ländern positionieren sich die Fördersätze von Erasmus+ JUGEND IN AKTION im vorderen Feld.

Gestärktes gesellschaftliches Engagement in Deutschland

Eine der Wirkungen von Erasmus+ JUGEND IN AKTION ist die Stärkung des gesellschaftlichen Zusammenhalts in Deutschland und Europa, für das sich Teilnehmer / -innen nach ihrer Rückkehr mehr engagieren. Darüber hinaus werden auch interkulturelle Verständigung, Eigeninitiative, Teamfähigkeit und eine Vorbereitung auf eine komplexer werdende Welt gefördert.

Erasmus+ nach 2021

Ende November 2018 hat der Rat der Europäischen Union seinen Standpunkt zu den Programmen Erasmus+ und Europäisches Solidaritätskorps für den Zeitraum 2021-2027 festgelegt. Im aktuellen Programm sollen mit 10% Teilbudget für das Jugendkapitel 25% aller Erasmus+-Teilnehmer / -innen erreicht werden. Für 2021-2027 soll das Angebot an Lernmöglichkeiten in Europa erweitert und die Teilnehmerzahl sogar verdreifacht werden.

Die Haushaltsaspekte des Verordnungsentwurfs des EU-Rats wurden ausgespart, da die endgültigen Beträge vom Ergebnis der Beratungen über den nächsten Mehrjährigen Finanzrahmen (MFR) abhängen. Für Erasmus+ ist eine Verdopplung des Budgets vorgesehen, konkret für den Jugendbereich sind im Moment 10,3% des Gesamtbudgets (30 Mrd Euro) vorgesehen.

Der Standpunkt des EU-Rats dient als Grundlage für die Verhandlungen mit dem Europäischen Parlament, das im Vorfeld mehrfach eine Verdreifachung des Programmbudgets gefordert hatte.

(JUGEND für Europa)

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Weiterführende Informationen

Download: report 2017 - Die Umsetzung des EU-Programms Erasmus+ JUGEND IN AKTION in Deutschland (PDF-Dokument, 1 Mb) 

Download: Wie wirkt Erasmus+ JUGEND IN AKTION? (PDF-Dokument, 2,8 MB)

Link: Weitere Details zu den Verhandlungen zum Mehrjährigen Finanzrahmen (2021-2027) erfahren Sie auf der Seite jugendpolitikineuropa.de.