09.06.2014

DJHT: Marktplatz Europa - eine Nachlese

Auf dem „Marktplatz Europa“ haben viele einzelne Aussteller vom Angebot rund um die zentrale Europa-Bühne profitiert.

An den Ständen des Deutschen Kinder- und Jugendhilfetages ist richtig viel los. Fachkräfte sind in tiefschürfende Diskussionen verwickelt, bekommen Informationen zur Förderung des nächsten Projekts, andere wiederum sammeln Kulis und Flyer und Vistenkarten. Und viele Jugendliche fragen nach, wie sie am besten von der Schule aus einen direkten Zugang zu einem Auslandsaufenthalt in Europa organisieren können.

Dieser erste Eindruck bestätigt sich bei einer kleinen, nicht repräsentativen Umfrage im Umfeld vom „Marktplatz Europa“. Drei Tage lang haben Fachleute und junge Menschen das großzügig gestaltete Rondell mit den vielen Einzelständen, Infotischen und gemütlichen Sitzecken genutzt, um zu demonstrieren: Europa rückt in unserer Arbeit immer mehr in den Vordergrund. Schon das Design des Marktplatzes macht deutlich, welchen Stellenwert die europäische Jugendpolitik und Jugendhilfe einnimmt.

Für manchen sogar zu präsent. Ulrike Hestermann vom Internationalen Bund, die mit ihrem bunten Angebot direkt neben JUGEND für Europa platziert ist, musste stimmlich „viel zu oft gegen die Redebeiträge von der Bühne Europa“ ankämpfen. Dabei fand sie die Präsentation der anderen Organisationen und die Diskussionen absolut interessant und lebendig. Schön meint sie, dass natürlich etliche Besucher sich dann nur noh umzudrehen brauchten und beim IB das Gespräch fortsetzten. „Die positive Resonanz, die vom Thema Europa ausgeht, hat sich auch auf uns und unsere Präsentation übertragen.“ Und damit ist sie dann wieder versöhnt mit dem Geräuschpegel der Nachbarn.

Apropos Nachbarn: Als großen Gewinn sehen alle Agenturen für den bilateralen Austausch ihren gemeinsamen Auftritt unter dem Label „Internationale Jugendarbeit“. Marta Potužnikova vom deutsch-tschechischen Koordinationsbüro Tandem hatte die Gelegenheit beim Schopf gepackt und Musikworkshops und eine Freiwilligen-Website zu präsentieren – und dann mit den Besuchern des Marktplatzes ein deutsch-tschechisches Lied zu singen. Gelebter Jugendaustausch, den Tandem professionell in Szene setzt und damit für sein Programm wirbt. So wie auch das Deutsch-Französische Jugendwerk, das ebenfalls Jugend- und Fachgruppen eingeladen und mit ihnen das ganze Messeangebot durchstöbert hat. „So konnten wir prima zeigen, wie sich die deutsche Jugendhilfe zusammensetzt“, erklärt Annaig Cavillan.

Und auch das aktuelle forum nrw e.V., das auch nur wenige Schritte von der Bühne seinen Stand aufgestellt hat, kann sich dem europäischen Sog nicht entziehen. „Wir haben ja im wahrsten Sinne des Wortes das ganze Programm aus der ersten Reihe miterlebt“, schwärmt Miriam Jusuf. Sie hat den Durchmarsch der Besucher genutzt, um für ihren Verein zu werben und Angebote wie die Internetzeitung „European Youth Voice“ vorzustellen. „Seit 45 Jahren gibt es unser neues forum“, erzählt die junge Frau, „und jetzt sind wir zum ersten Mal auf einem Kinder- und Jugendhilfetag.“ Ob sich der Aufwand gelohnt hat, wird erste eine spätere Auswertung ergeben. Aber wenn man Erfolg an der Zahl der eingesammelten und verteilten Visitenkarten und Flyer misst, dann „hat es sich auf jeden Fall gelohnt.“

Direkt daneben, bei den Internationalen Jugendgemeinschaftsdiensten (IJGD), fühlen sich die vier Frauen von den vielen Angeboten der Messe nahezu „erschlagen“. Spannend sei es gewesen, die vielen internationalen Gäste zu treffen, den Auftritt einer großen russischen Delegation auf der Europa-Bühne zu erleben und ansonsten selbst durch die Hallen zu gehen und Kontakte zu knüpfen.

Ja, bestätigt auch Jürgen Hermann, Leiter des Servicebüros Jugendmigrationsdienste, die Vielzahl der Kontakte gerade mit den Fachkräften der Jugendhilfe seien sehr gut und fruchtbar. „Interessant, wie viele Menschen sich für das Thema Flüchtlinge interessieren“, sinniert der JMD-Mann. Und gut für ihn, dass es so ist, denn immerhin stehen Menschen mit Migrationshintergrund und die Hilfe für deren Eingliederung in die deutsche Gesellschaft ja im Zentrum seiner Arbeit. Europa lebt und tickt auch hier am Stand. Das zeigte sich unter anderem bei der Präsentation des Webportals www.almanyayolu.org, das jungen Türken schon vor dem Schritt nach Westen wertvolle Informationen bietet.

Und damit schließt sich der Kreis: Messen und Kongresse sollen helfen beim Vernetzen und Informieren, beim Austausch und bei der Inspiration. Der Marktplatz Europa hat seinen eigenen Anspruch erfüllt: more europe!

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