Die Pressemappe

Sie sieht professionell aus, liegt gut in der Hand und bietet viel Raum für das eigene Infomaterial: Eine Pressemappe macht immer etwas her. Journalisten können in ihr nach Herzenslaune stöbern, ihre Notizen ordnen und obendrein einen hübschen Kugelschreiber abstauben. Vereine und Projekte können ihr Logo großformatig auf ihr abdrucken und dabei seriös und entschlossen erscheinen.

Doch man kann es auch übertreiben. Broschüren in fünf verschiedenen Sprachen, Aufkleber, bedruckte Schlüsselanhänger und Postkarten sind hübsch anzusehen, tragen aber wenig zum Erkenntnisforschritt des Journalisten bei. Der stößt solchen Ballast im Zweifel schon am nächsten Abfalleimer ab. Darum merke: Gute Pressemappen sind schlank!

 Was will ein Journalist, der die Mappe aufschlägt, als erstes sehen?

  • Die aktuelle Pressemitteilung, die ihm, wenn sie gelungen ist, mitteilt, was berichtenswert ist und warum er überhaupt zum Pressetermin gekommen ist. Eine gute Pressemitteilung erklärt das Wesentliche auf einer einzigen Seite.
  • Unverzichtbar ist die Hausbroschüre oder, wenn nicht vorhanden, ein Infoblatt mit den Hintergründen zur Organisation, der Historie und den wichtigsten Köpfen.
  • Hilfreich kann ein Faktenblatt sein, das wichtige Zahlen oder Termine zum aktuellen Projekt übersichtlich auflistet.
  • Bei komplizierten Zusammenhängen bietet sich ein Blatt mit Verbildlichungen an, zum Beispiel ein Organigramm.
  • Die Visitenkarte rundet das Paket ab.

Alle Inhalte in der Pressemappe sollten selbsterklärend sein und die Informationen auf den Punkt bringen. Bei Hintergrundmaterial wie Studien, Erlebnisberichten, Beschlüssen oder Satzungen reicht es in den meisten Fällen, wenn sie in Auszügen zitiert werden.

Für neugierige Rechercheure kann das Material im Internet bereitgestellt werden, dann muss nur ein kurzer Link-Hinweis in die Pressemappe. Auch Fotos sind heute digital gewünscht – wer keinen eigenen Server dafür hat, kann auf kostenlose Foto-Alben im Netz zurückgreifen. Foto-CDs können eine Alternative sein, sind aber meist überflüssig. Weniger ist mehr, schließlich soll die Pressemappe nachher noch in die Aktentasche passen.