Jugendinitiative - SPIT

Irgendwann stößt die Kraft zur Integration an seine Grenzen. Dann wenn man für sich keine Zukunft mehr sieht. Wenn man in einem Land lebt, von dem man glaubt, dass es einen ablehnt, nur weil man Türke ist - obwohl man aus München stammt. Dann wenn man 140 Bewerbungen für eine Lehrstelle abgeschickt und keine einzige positive Reaktion erhalten hat.

SPIT ist der Name eines Dokuspielfilms. Jugendliche wollen zeigen, wie ihr Leben aussieht. Ihre Wurzeln liegen in der Türkei, in Albanien, Bosnien, Griechenland, Kroatien, Deutschland und anderen Ländern. Alle wohnen sie in München, sind hier aufgewachsen oder zugezogen. Sie wohnen in sozialen Brennpunkten, in solchen die das Etikett Parallelgesellschaft aufgedrückt bekommen.

SPIT thematisiert Arbeitslosigkeit, Zukunftsangst, drohende Abschiebung und wie schwierig es besonders für jugendliche Migranten ist, in zwei verschiedenen Welten einen Platz für sich zu finden. Doch wie immer es aussieht, islamische Traditionen und westliche Welt sind nicht unvereinbar. Auch das will der Film zeigen, selbst wenn das Ende tragisch ist.

SPIT erzählt die Liebesgeschichte zwischen Elayla und Efe. Elaylas Bruder sieht die Familienehre in Gefahr und versucht die Beziehung zu verhindern. Efe selbst gerät mit dem deutschen Gesetz in Konflikt. Von Beginn an steht die Liebesgeschichte unter keinem guten Stern. Am Ende steht die Abschiebung Efes und der Wille, die Liebe nicht daran scheitern zu lassen. Individuelle Lebensbestimmungen wollen sich durchsetzen gegen alle gesellschaftlichen Hindernisse.

SPIT ist eine Jugendinitiative, die aus sich selbst heraus immer weiter gewachsen ist. Immer mehr Jugendliche wurden von ihr angesprochen, weil die Jugendlichen sich aktiv als Schauspieler, Musiker oder Techniker einbringen konnten. Weil sie Mut macht und zeigt, dass etwas zu Ende geführt werden kann. Und weil man Anerkennung für das, was man erreicht hat, bekommt. Zusammen als Team, in dem alle Konflikte und interkulturelle Differenzen friedlich gelöst werden müssen.

Die öffentliche Resonanz in der Münchner Presse war erstaunlich vielfältig und durchweg positiv. Der Film wurde in München vorgestellt und auf verschiedenen Jugend- und multinationalen Filmfestivals aufgeführt. Auf dem Münchner Filmfest 2005 verlieh das bayrische Familienministerium SPIT schließlich den "Sonderpreis für Medienproduktionen von jungen Menschen".Der Film bringe authentisch die Lebenssituation und Gefühle junger Migranten zum Ausdruck, lobte die Jury. SPIT sei weit mehr als ein Dokumentar-Spielfilm. Er lade ein zur Diskussion über Integration und kulturelle Eigenständigkeit.

Unterstützt und begleitet wurden die Jugendlichen von Julia Wegat, Gasan Alpaslan und dem Euro-Trainings-Center ETC in München. Weitere Informationen zum Projekt gibt es auf der Homepage von Julia Wegat.

(Andreas Klünter)

Hörproben und Presseartikel

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