Future Capital – Europa, die Grundschule und der Fußball

Manchmal bildet Fußball. Früher, wenn der Lieblingsverein in der ersten Runde im Europacup spielte, holte man freiwillig den Schulatlas aus dem Regal. Und dann fuhr man mit dem Finger über die Landkarte auf der Suche nach der Stadt mit dem merkwürdig klingenden Fußballverein, gegen den die eigenen Idole antreten mussten. Und während man so suchte, bekam man als Drittklässler einen Eindruck davon, wie groß Europa ist.

Über Europa und andere Länder besitzen Grundschüler meist nur vage Vorstellungen, die sich zusammensetzen aus Urlaubsreisen, Erzählungen, Fernsehsendungen oder eben aus Fußballmannschaften. Ist Europa auch nur ein abstrakter Begriff, so bedeutet dies jedoch nicht, dass Kinder kein Interesse an Europa haben. Zwei ehemalige Europäische Freiwillige gingen zurück in die Grundschule, um in Future Capital Projekten dort Begeisterung für Europa zu wecken, wo der Enthusiasmus am nachhaltigsten wirken kann.

Neues entdecken

Denn jenseits aller komplizierten Richtlinienprobleme, die die Erwachsenenwelt mit Europa hat, besitzt Europa für Kinder den Reiz des Neuen. Neue Wörter gibt es zu entdecken, neues Essen, neue Lieder, neue Filme und noch vieles mehr.
Als Theresia Düring sich mit Bedauern daran erinnerte, dass man ihr in der Grundschule nur sehr wenig über Europa beigebracht hatte, entwarf sie während ihres Future Capital Projekts eine Unterrichtsreihe, die sich an Kinder der dritten und vierten Klasse richtet. In interaktiven Lernspielen wird darin Wissen über Europa altersgerecht vermittelt, wobei Theresias eigene europäische Erfahrungen in das Konzept einflossen. Mit der Klasse 3b der Grundschule Münnerstadt führte sie auf Grundlage des Entwurfs eine Europawoche durch, die sowohl bei Kindern als auch bei Eltern auf große Zustimmung stieß. "Natürlich kann man mit so einem Projekt nicht die Welt verändern", sagt sie, "aber ich denke schon, dass ich einiges zum Wissen der Schüler beitragen konnte."

Junge Europa-Experten

Auch Teresa Mysza-Szyszko will frühzeitig für Europa begeistern. Die Polin, die ihren Europäischen Freiwilligendienst in Westerkappeln absolvierte, nutzte sowohl ihre Verbindungen in die Heimat wie auch das Netzwerk der Europäischen Freiwilligen, um Kontakte zu Schulen in England, Litauen, Polen und Ungarn herzustellen. Vier Schulen erklärten sich dazu bereit, gemeinsam mit der Grundschule Westerkappeln am Projekt "Kids Club Europa" teilzunehmen - eine internationale Partnerschaft für die jeweiligen Schülerinnen und Schüler.
Direkter lässt sich Europa in der Grundschule kaum vermitteln. In Briefen und E-Mails stellten sich die Kinder mit selbstgemalten Bildern gegenseitig ihren europäischen Brieffreunden vor. Parallel dazu erfuhren sie in Kochnachmittagen, Kinovorführungen oder Lesetreffs mehr über ihre Partnerländer und bekamen unter anderem Antworten auf Fragen wie: Welche Zeichentrickfilme sieht man in England? Wie schmeckt das Nationalgericht in Litauen? Wie feiern die anderen Weihnachten? Und wieso spritzt man sich in Polen und Ungarn am Ostermontag mit Wasser nass?

Europa an die Grundschule. Denn durch solche Projekte wird vielleicht manches spätere Missverständnis vermieden. In Erinnerung an die Aussage eines großen deutschen Fußballers gab Theresia Düring ihrem Projekt den Titel: "Madrid oder Mailand - Hauptsache Italien." Fußballbildung allein reicht eben doch nicht aus.

(Andreas Klünter)

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Presseartikel und Materialien zu beiden Projekten finden Sie rechts im Feature. Teresa Mysza-Szyszko war auch als Youth-Reporterin tätig. Ihre Artikel über ihr Future Capital Projekt können hier nachgelesen werden.

Presseartikel

  • Datei: FC_Schule_Presse.pdf (995,1 kb)

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Materialien

zum FC-Projekt von Theresia Düring

  • Datei: FC_Schule_Test.pdf (325,1 kb)

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PowerPointPräsentation

vom Kids Club Europa

  • Datei: KIDS-CLUB-EUROPA.zip (7722,8 kb)

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