Euro-Med: Meet the history - understand the present - improve the future

Im November 1995 schloss die EU mit Partnern des südlichen und östlichen Mittelmeer-Raums das Barcelona-Abkommen ab. Das Abkommen beinhaltet ein umfassendes Konzept der Zusammenarbeit zwischen beiden Seiten mit dem Ziel, zum Frieden, zur Stabilität und zum Wohlstand in der Region beizutragen.

Eine große Gala in Kairo ehrte zum zehnten Jahrestag der Deklaration Projekte, die sich in besonderer Weise für ein friedliches Zusammenleben im Mittelmeer-Raum eingesetzt haben. Als Schirmherrin verlieh Frau Suzanne Mubarak der Jugendbegegnung "Meet the history – understand the present – improve the future" einen Euro-Med Youth Award.

Meet the history – understand the present – improve the future: Unter diesem Titel brachte das Jugendzentrum Casino der Stadt Hamm 20 Jugendliche aus Ägypten, Deutschland, Israel, Palästina und Spanien zusammen. Zwei Augustwochen lang lebten die Jugendlichen in einem Zeltcamp gemeinschaftlich miteinander. Diese besondere Art des Zusammenlebens bedeutete, "ohne dass es groß thematisiert werden musste", so Karl Luster-Haggeney vom Jugendzentrum, dass die Jugendlichen auch ganz praktisch Verantwortung für das Gelingen der Begegnung übernahmen.

Meet the history – Das Zusammenwachsen Europas nach dem II. Weltkrieg war Thema der Jugendbegegnung. Geachtet wurde darauf, die europäische Geschichte nicht oberlehrerhaft als Lösungsmodell für den Nah-Ost-Konflikt zu präsentieren. "Wir haben es für wirksamer gehalten, an geeigneter Stelle gleichsam nebenbei die positiven Effekte aufzuzeigen, die sich aus der Einigung Europas ergeben haben", erklärt Karl Luster-Haggeney.
Meet the history machte aber auch deutlich, von woher der friedliche Zusammenschluss Europas kam. Der II. Weltkrieg, insbesondere die Beschäftigung mit dem Holocaust erforderte dabei große Sensibilität. Hier musste mit vereinzelten Meinungen umgegangen werden, die den Holocaust als maßlos überbewertet ansahen. Und dann geriet zum emotionalen Höhepunkt der Begegnung doch eine gemeinsame Gedenkfeier, die im ehemaligen Konzentrationslager Bergen-Bergen begangen wurde zu Ehren aller Opfer von Rassenhass und politischer Verfolgung.

Um die Gegenwart zu verstehen, müssen die Konflikte begriffen werden. Die Herausforderung ist, Meinungen austauschen zu können, ohne fremde Standpunkte als Angriffe wahrnehmen zu müssen. Auf den interkulturellen Abenden oder bei der Gestaltung der Programmpunkte stießen sowohl TeamerInnen wie auch Jugendliche mitunter an die Grenzen einer Verständigung. Dank der besonderen Atmosphäre des Zeltcamps fielen die Konflikte jedoch auf einen Boden, der eine Eskalation nicht erlaubte. Das Gefühl von gemeinschaftlicher Nähe war eine wesentliche Grundlage für den Erfolg der Jugendbegegnung.

Improve the future ist ein Ziel, das groß klingt, aber kleine Schritte benötigt. Gegen Ende der Begegnung gab es für die Organisatoren Überraschendes: "Selbst Jugendliche, bei denen wir das Gefühl hatten, dass sie eher distanziert teilnahmen, konnten für uns unerwartet nicht damit umgehen, dass diese Begegnung zu Ende ging." Ein zukunftsweisendes Fazit zog eine palästinensische Teilnehmerin: "Durch diese Jugendbegegnung und unsere gemeinsame Zeit in Hamm habe ich das erste Mal Hoffnung, dass wir irgendwann einmal Frieden haben können."

(Andreas Klünter)

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Projektbericht und Presseartikel

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  • Datei: Bericht für NA.pdf (80,7 kb)

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