Europäischer Freiwilligendienst – Irisches Jahr

Ein Irland-Aufenthalt gerät ins Rollen: Ein Lehrer rät dem arbeitslosen René beim Jugendamt vorbeizuschauen. Vielleicht hätten die einen Tipp für ihn. Das Jugendamt weist René auf die Möglichkeit hin, einen Europäischen Freiwilligendienst zu machen. Er solle sich an das JugendSozialWerk Nordhausen wenden. Das JugendSozialWerk Nordhausen wird Entsendeorganisation und so geht René schließlich für zwölf Monate nach Belfast.

Zu diesem Zeitpunkt war René 24 Jahre alt. Nach der zehnten Klasse hatte er sich zum Baufacharbeiter ausgebildet, war danach zum Bund gegangen, um sich anschließend aus gesundheitlichen Gründen zum IT-System-Techniker umschulen zu lassen.
In dieser Branche einen Job zu bekommen, ist schwierig. Das Betriebssystem funktioniert nicht. Fachkräften übersättigen den Markt, gibt es eine freie Stelle, wird meist eine mehrjährige Berufserfahrung vorausgesetzt – schwere Zeiten für Berufsanfänger.
Zusatzqualifikationen sind gefragt. Erfahrungen sammeln und am besten noch Fremdsprachen und Auslandsaufenthalte nachweisen. Ein Auslandspraktikum kann all dies miteinander verbinden, dachte sich René. Doch wie an solch eine Stelle kommen? Und an diesem Punkt kommt der Europäische Freiwilligendienst ins Spiel.

Mit dem JugendSozialWerk Nordhausen begab sich René auf die Suche nach einer Aufnahmeorganisation. Möglichst im englischsprachigen Raum sollte sie liegen, damit René seine wichtigen Englisch-Kenntnisse verbessern konnte. Es kostete einige Mühe, eine entsprechende Einsatzstelle zu finden. Erfolg hatte er schließlich beim YMCA in Belfast.

In Irland war die Verständigung zunächst das größte Problem. Mit dem Englischkurs, aber eben auch mit einem gehörigen Maß an persönlicher Energie und Motivation löste sich das Problem relativ schnell. René arbeitete beim YMCA in Belfast hauptsächlich mit Kindern und Jugendlichen zusammen. Als ihr Betreuer übernahm er dabei eine völlig neue Rolle.

Eine Anstellung in der IT-Branche hat René nach Beendigung seines Europäischen Freiwilligendienstes immer noch nicht bekommen. Aber er hat die Gewissheit, dass es andere berufliche Chancen gibt, die für ihn in Frage kommen. Und René hat einiges dafür getan, sich diese Möglichkeiten zu erarbeiten.

(Andreas Klünter)