Europäischer Freiwilligendienst - Tunesische Blitzlichter
Ein typisch arabischer Haushalt. Die äußere Fassade des Hauses ist unscheinbar. Die wahre Pracht muss sich nicht offen zeigen, sie entfaltet sich nach innen. Das Herzstück ist der Innenhof. Die Lebensader des Hauses von der alle Räumlichkeiten abzweigen.
Im Hof befindet sich auch die Dusche – ein kleiner unbedachter Raum, der das Duschen im Winter zum frostigen Vergnügen werden lässt. Denn die Winter im Sommerferienparadies Tunesien sind kalt. Hamam heißt die angenehme Alternative. Das türkische Bad lässt die Kälte verdampfen.
Wenn der Sommer kommt und es warm wird, ertönen von draußen fast täglich die Klänge der Tabukas. Sie geben trommelnd Kunde von den zahlreichen Hochzeitsgesellschaften, die feiernd durch die Straßen ziehen. Sieben Tage dauern solche Hochzeitszeremonien, in denen Freunde und Verwandte im Haus der Braut an üppig gedeckten Tischen schlemmen.
Das tunesische Essen. Basic Cooking in Reinkultur. Nur das Tomatenmark kommt beim Kochen aus der Konserve. Alles andere wird frisch und pikant zubereitet. Die Gesundheit freut sich, der europäische Magen weniger. Er wird vor erhebliche Eingewöhnungsschwierigkeiten gestellt.
Das Kennenlernen der arabischen Kultur ist eine Mischung aus beschwerlicher Euphorie, so beschreibt es Katharina, die als Europäische Freiwillige in Metline arbeitete. "Einerseits war ich glücklich, diese Kultur so intensiv kennen lernen zu dürfen, aber es war durchaus nicht immer einfach, sich an alle Neuerungen zu gewöhnen und vor allem diese zu akzeptieren." Dinge, die von Katharina als selbstverständlich erachtet wurden, waren es im alltäglichen Leben auf einmal nicht mehr: Mit Freundinnen auf offener Straße einen Plausch halten oder als Frau alleine die Umgebung zu erkunden.
Das Bildungswerk BLITZ e.V. der Jugendbildungsstätte Hütten entsandte Katharina für neun Monate in die nordtunesische Küstenstadt. Sie arbeitete dort im Jugendzentrum der Stadt mit Kindern und Jugendlichen zusammen, gab Deutschunterricht und organisierte viele kleine Veranstaltungen und Projekte, darunter einen Deutschlandtag.
Das Einleben in eine andere Gesellschaft entwickelt sich über die anfänglichen Schwierigkeiten hinweg zu einer "fantastischen Erfahrung" für Katherina. In der Auseinandersetzung mit der fremden Kultur ist ihr die eigene Lebensweise bewusster geworden, und gleichzeitig hat sie viele neue Erfahrungen gewonnen. Die Bilder, Klänge und Geschichten ihres Freiwilligendienstes jedenfalls bleiben Katherina unvergesslich.
(Andreas Klünter)
------------------------
Hier bekommen Sie den Kontakt zur Jugendbildungsstätte Hütten. Um zur Großansicht der Photographien zu gelangen, einfach auf die Bilder klicken.







